30. September 2026

Drei Stunden im leeren Saal

Jeder Saal klingt anders, und kein Saal klingt am Abend so wie am Nachmittag. Sobald das Publikum sitzt, schlucken Mäntel und Körper einen großen Teil des Nachhalls. Was am Nachmittag wunderbar schwebt, ist am Abend trocken wie Knäckebrot.

Deshalb spiele ich bei der Anspielprobe selten ganze Stücke. Ich schlage einzelne Töne an und laufe durch die Reihen, während mein Techniker sie wiederholt. Auf Platz 14 in Reihe 22 lernt man mehr über einen Flügel als auf dem Klavierhocker.

Danach bleibe ich sitzen, manchmal eine Stunde lang. Am 14. November bin ich im Elbsaal in Hamburg. Falls Sie dort jemanden allein in Reihe 22 sehen: Das bin ich, und ich arbeite gerade.

Zurück zum Journal