
Ein Klavierabend hat eine Dramaturgie. Wer zwei Stunden lang eine Geschichte erzählt, sollte sich gut überlegen, ob danach noch ein Nachsatz nötig ist.
Ich plane deshalb keine Zugaben. Wenn das Publikum mich zurückruft, entscheide ich auf dem Weg zum Flügel, was der Abend noch verträgt. Manchmal ist es ein Präludium von Bach, das alles wieder ordnet. Manchmal verbeuge ich mich einfach und gehe.
Das enttäuscht vielleicht einige. Aber wer je erlebt hat, wie zweitausend Menschen nach dem letzten Ton ein paar Sekunden lang nicht klatschen, weiß, warum ich auf diese Sekunden ungern verzichte.